Mein Beamtenportal
PensionBeamte15. Oktober 2026

Berufseinsteigerbonus für Beamte: 200 € trotz Riester-Aus

Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis 31.12.2026, ab 2027 übernimmt das Altersvorsorgedepot – so sichern sich Anwärter und junge Beamte den Bonus.

ProvenExpert4,9/5 · echte Kundenstimmen

Finn, 23, Polizeianwärter im zweiten Ausbildungsjahr, öffnet zum ersten Mal selbst seine Gehaltsabrechnung mit Anwärterbezügen und rechnet durch, wie viel vom Netto für den Vermögensaufbau übrigbleibt. Im Intranet seines Dienstherrn stößt er auf einen Hinweis, den ihm im Studium niemand erklärt hat: den Riester-Berufseinsteigerbonus für Beamte. Wer am 1. Januar des Jahres, für das er oder sie die Zulage zum ersten Mal beantragt, noch keine 25 Jahre alt ist, bekommt einmalig 200 Euro zusätzlich zur Grundzulage von 175 Euro – ein Vorteil, der danach unwiderruflich verfällt.

Wie Sie parallel dazu ein Altersvorsorgedepot aufbauen, lesen Sie in meinem Beitrag Altersvorsorgedepot für Referendare.

Wichtig: Riester läuft Ende 2026 aus

  • Keine neuen Riester-Verträge ab 2027: Zum 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot Riester im Neugeschäft ab (Altersvorsorgereformgesetz, vom Bundesrat am 8. Mai 2026 gebilligt). Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, behalten ihre Förderung (Bestandsschutz) (Quelle: www.deutsche-rentenversicherung.de).

  • Der Berufseinsteigerbonus bleibt: Auch im Altersvorsorgedepot gibt es nach aktuellem Stand einen einmaligen Bonus von 200 Euro für unter 25-Jährige. Mehr dazu in meinem Beitrag Altersvorsorgedepot für Referendare.

  • Die Zahlen in diesem Beitrag (175 Euro Grundzulage, 200 Euro Bonus, § 84 EStG) beschreiben die Riester-Förderung. Das Depot hat eine eigene Förderstruktur mit bis zu 540 Euro Grundzulage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro. Wer zu Beginn des ersten Beitragsjahres, für das die Zulage beantragt wird, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält diesen Bonus zusätzlich zur Grundzulage (§ 84 EStG).

  • Grundzulage: 175 Euro pro Jahr. Diese Zulage gilt seit dem Beitragsjahr 2018 für jede Zulageberechtigte und jeden Zulageberechtigten, unabhängig vom Alter.

  • Beamtinnen und Beamte sind unmittelbar zulageberechtigt. Voraussetzung ist eine Einverständniserklärung gegenüber dem Dienstherrn zur Übermittlung der Besoldungsdaten an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA).

  • Mindesteigenbeitrag: 4 Prozent des Vorjahreseinkommens, mindestens 60 Euro. Nur wer diesen Betrag einzahlt, erhält die volle Zulage ungekürzt (§ 86 EStG).

  • Kinderzulage: bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. Für Kinder, die nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurden, gilt dieser höhere Satz, sonst 185 Euro (§ 85 EStG).

Im kostenfreien Erstgespräch rechne ich mit Ihnen durch, wie viel Zulage Ihnen zusteht und bis wann Sie handeln müssen.

Albert Sibert

Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, BU und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften statt nur einem Produkt.

Und wenn Sie vor der Pension dienstunfähig werden?

Bei vorzeitiger Dienstunfähigkeit fällt die Versorgung oft deutlich niedriger aus. Machen Sie den kostenfreien BU-Check in einer Minute.

Kostenfreien BU-Check starten

Was der Riester-Berufseinsteigerbonus für Beamte wert ist

Der Riester-Berufseinsteigerbonus für Beamte klingt bürokratisch, der Effekt ist simpel: Er kommt automatisch zur Grundzulage von 175 Euro hinzu, ein eigener Antrag ist nicht nötig. Entscheidend ist allein das Alter zu Beginn des Beitragsjahres, für das die Zulage erstmals beantragt wird (§ 84 EStG). Wer zu diesem Zeitpunkt das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält einmalig 200 Euro zusätzlich.

Finns Kollege Tom, 26, hat genau dieses Zeitfenster verpasst. Er wollte sich erst nach der Probezeit um Altersvorsorge kümmern und schloss seinen ersten Riester-Vertrag erst in diesem Jahr ab. Am 1. Januar des Jahres, für das er die Zulage zum ersten Mal beantragt, war er bereits 25 – der Bonus ist für ihn deshalb unwiderruflich verloren, unabhängig vom genauen Datum seines Geburtstags.

Grundzulage, Kinderzulage und Bonus: die Zahlen im Überblick

Die folgende Übersicht zeigt die Riester-Förderung in der Höhe, die seit dem Beitragsjahr 2018 gilt (Stand: Oktober 2026):

FörderbestandteilHöheRechtsgrundlage
Grundzulage175 Euro pro Jahr§ 84 Satz 1 EStG
Berufseinsteigerbonus (einmalig)zusätzlich 200 Euro im ersten Beitragsjahr§ 84 Satz 2 EStG
Kinderzulage, Kind geboren bis 31.12.2007185 Euro pro Jahr und Kind§ 85 EStG
Kinderzulage, Kind geboren ab 1.1.2008300 Euro pro Jahr und Kind§ 85 EStG
Höchstbetrag für den Sonderausgabenabzug2.100 Euro pro Jahr (Beiträge plus Zulage)§ 10a Abs. 1 EStG

Für Finn als kinderlosen Berufseinsteiger zählen vor allem die ersten beiden Zeilen. Wer bereits Kinder hat, addiert die Kinderzulage einfach dazu – sie steht unabhängig vom Alter des Zulageberechtigten zu.

Warum Beamtinnen und Beamte die Einverständniserklärung brauchen

Anders als Angestellte in der gesetzlichen Rentenversicherung sind Beamtinnen und Beamte für die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) nicht automatisch sichtbar. Die ZfA benötigt die Besoldungsdaten, um Mindesteigenbeitrag und Kinderzulage korrekt zu berechnen – Zugriff darauf hat sie nur, wenn der Dienstherr sie übermitteln darf. Deshalb verlangt § 10a EStG von Besoldungsempfängerinnen und Besoldungsempfängern eine schriftliche Einverständniserklärung gegenüber der Besoldungsstelle.

Ohne diese Erklärung bleibt die ZfA blind für die tatsächliche Besoldung und kürzt die Zulage. Finns Kollegin Lea, 24, hat einen Riester-Vertrag abgeschlossen, die Erklärung bei ihrer Bezügestelle aber schlicht vergessen. Ihre Zulage für das erste Jahr fiel deshalb niedriger aus, obwohl sie den vollen Mindesteigenbeitrag eingezahlt hatte.

Die Erklärung geben Sie einmalig bei Ihrer Besoldungs- oder Bezügestelle ab, am besten direkt mit dem Riester-Vertrag und noch im ersten Beitragsjahr, für das Sie die Zulage beantragen. Ein späterer Widerruf ist möglich, wirkt aber erst für künftige Kalenderjahre.

Mindesteigenbeitrag richtig berechnen: Finns Beispielrechnung

Die volle Zulage gibt es nur, wenn der Mindesteigenbeitrag erreicht wird: 4 Prozent der beitragspflichtigen Vorjahreseinnahmen, gedeckelt auf den Höchstbetrag von 2.100 Euro, abzüglich der Zulage selbst. Fällt dieser Betrag unter 60 Euro, gilt stattdessen der gesetzliche Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr (§ 86 EStG). Wer weniger einzahlt, bekommt die Zulage nur anteilig.

Finn war im Vorjahr noch Student mit einem Nebenjob und einem zu versteuernden Einkommen von wenigen tausend Euro. Vier Prozent davon liegen unter 60 Euro, für ihn gilt deshalb der Sockelbetrag. Für 60 Euro Eigenbeitrag im Jahr erhält er die volle Zulage von 375 Euro – 175 Euro Grundzulage plus 200 Euro Berufseinsteigerbonus.

Ab dem ersten vollen Jahr mit Anwärterbezügen steigt sein Mindesteigenbeitrag auf 4 Prozent seiner tatsächlichen Besoldung. Für das zweite Jahr rechnet er deshalb vor Vertragsbeginn genau durch, wie viel er einzahlen muss, um die Grundzulage ungekürzt zu behalten – der Bonus fließt dann nicht mehr, weil er nur im ersten Beitragsjahr gezahlt wird. Im Erstgespräch rechne ich Ihnen vor, wie hoch Ihr individueller Mindesteigenbeitrag ausfällt.

Die teuersten Fehler beim Berufseinsteigerbonus

In der Beratungspraxis wiederholen sich beim Berufseinsteigerbonus dieselben Fehler:

  • Den Vertragsabschluss zu spät angehen: Wie bei Tom verfällt der Bonus unwiderruflich, sobald am 1. Januar des ersten Beitragsjahres, für das die Zulage beantragt wird, das 25. Lebensjahr bereits vollendet ist.

  • Die Einverständniserklärung vergessen: Ohne sie kürzt die ZfA die Zulage, selbst wenn der Mindesteigenbeitrag korrekt eingezahlt wurde.

  • Den Mindesteigenbeitrag falsch schätzen: Wer zu wenig einzahlt, bekommt die Zulage nur anteilig – eine nachträgliche Korrektur ist für das abgelaufene Jahr nicht mehr möglich.

  • Den Vertrag ungeprüft abschließen: Kosten und Anlageform unterscheiden sich je nach Anbieter erheblich und beeinflussen, wie viel von der Förderung am Ende tatsächlich ankommt.

  • Riester isoliert statt als Teil des Gesamtplans betrachten: Notgroschen und Dienstunfähigkeitsschutz haben in den ersten Dienstjahren oft Vorrang vor zusätzlicher Altersvorsorge.

Timing: Checkliste bis zum 25. Geburtstag

Diese Checkliste ordnet die Schritte rund um den Riester-Berufseinsteigerbonus für Beamte zeitlich ein:

  • Noch 2026 entscheiden: Neue Riester-Verträge gibt es nur bis 31. Dezember 2026, danach nur noch das Altersvorsorgedepot. Wer Riester möchte, schließt in diesem Jahr ab und beantragt die Zulage für ein Beitragsjahr, in dem er am 1. Januar noch 24 Jahre alt ist.

  • Gleichzeitig: Einverständniserklärung bei der Besoldungs- oder Bezügestelle einreichen.

  • Einmal jährlich: Vorjahreseinkommen prüfen und den Mindesteigenbeitrag für das laufende Jahr neu berechnen.

  • Bei Kindern: Kinderzulage gesondert beantragen und klären, wer von mehreren Zulageberechtigten sie erhält.

  • Danach laufend: Riester als einen Baustein neben Notgroschen, DU-Absicherung und Altersvorsorgedepot einordnen, nicht isoliert betrachten.

Sehr netter und kompetenter Berater. Nimmt sich ausreichend Zeit für eine individuelle Beratung. Das war alles sehr aufschlussreich, interessant und mit einem geringen Zeitaufwand verbunden.

Anna L., Studentin, Diplom-Finanzwirtin – Bewertung auf ProvenExpert

Häufige Fragen zum Riester-Berufseinsteigerbonus

Wie hoch ist der Riester-Berufseinsteigerbonus?

Der Berufseinsteigerbonus beträgt einmalig 200 Euro zusätzlich zur Grundzulage von 175 Euro. Er gilt für Zulageberechtigte, die zu Beginn des ersten Beitragsjahres, für das sie die Zulage beantragen, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (§ 84 EStG).

Sind Beamtinnen und Beamte für die Riester-Förderung zulageberechtigt?

Ja, Empfängerinnen und Empfänger von Besoldung nach Bundes- oder Landesbesoldungsgesetz sind unmittelbar zulageberechtigt. Voraussetzung ist eine Einverständniserklärung gegenüber dem Dienstherrn, die der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen Zugriff auf die Besoldungsdaten erlaubt.

Was passiert, wenn ich den Mindesteigenbeitrag nicht einzahle?

Die Zulage wird im Verhältnis der tatsächlich eingezahlten Beiträge zum Mindesteigenbeitrag gekürzt (§ 86 EStG). Der Mindesteigenbeitrag beträgt 4 Prozent der Vorjahreseinnahmen, mindestens aber den Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr.

Kann ich den Berufseinsteigerbonus nachträglich noch bekommen, wenn ich schon 26 bin?

Nein. Entscheidend ist Ihr Alter am 1. Januar des ersten Beitragsjahres, für das Sie die Zulage beantragen. War das 25. Lebensjahr zu diesem Zeitpunkt bereits vollendet, lässt sich der Bonus nachträglich nicht mehr erlangen.

Wie hoch ist die Kinderzulage bei der Riester-Förderung?

Für Kinder, die bis zum 31. Dezember 2007 geboren wurden, beträgt die Kinderzulage 185 Euro pro Jahr. Für Kinder, die danach geboren wurden, gilt der erhöhte Satz von 300 Euro pro Jahr (§ 85 EStG).

Lohnt sich Riester für junge Beamtinnen und Beamte überhaupt?

Das hängt von Kosten und Anlageform des konkreten Vertrags ab, nicht nur von der Förderung. Zusätzlich gilt: Neue Riester-Verträge sind nur noch bis 31. Dezember 2026 möglich, ab 2027 steht stattdessen das Altersvorsorgedepot mit eigener Förderung zur Verfügung. Die Förderquote ist für junge Zulageberechtigte mit niedrigem Vorjahreseinkommen besonders hoch, weil oft schon der Sockelbetrag von 60 Euro die volle Zulage auslöst.

Passend zum Berufseinsteigerbonus: weitere Bausteine für den Vermögensaufbau

Neben der Riester-Förderung lohnt sich für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ein Blick auf weitere Bausteine:

  • Notgroschen vor zusätzlicher Altersvorsorge: Vor zusätzlichen Beiträgen in einen Riester-Vertrag steht eine finanzielle Reserve für den Ernstfall. Wie Sie diese aufbauen, lesen Sie in Notgroschen aufbauen. Im Erstgespräch ordnen wir ein, wie viel Reserve zu Ihrer Situation passt.

  • Altersvorsorgedepot als Nachfolger: Ab 2027 löst das Altersvorsorgedepot Riester im Neugeschäft ab, mit eigener Förderung und ebenfalls einem einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für unter 25-Jährige. Mehr dazu in Altersvorsorgedepot für Referendare.

  • Riester im Detail für alle Beamtinnen und Beamten: Wer über den Berufseinsteigerbonus hinaus wissen will, wie sich Riester über die gesamte Laufzeit rechnet, findet mehr in Riester-Rente für Beamte. Gemeinsam prüfen wir, ob sich die Förderung für Ihre Besoldungsgruppe lohnt.

Einen Überblick über alle Themen rund um Beihilfe, PKV und Altersvorsorge im öffentlichen Dienst finden Sie in meinem Ratgeber.

Finn hat seinen Riester-Vertrag noch vor dem entscheidenden Jahreswechsel abgeschlossen und die Einverständniserklärung direkt mit eingereicht – für 60 Euro Eigenbeitrag bekommt er im ersten Jahr 375 Euro Zulage. Tom bekommt ab sofort nur noch die Grundzulage, Lea wartet auf die Korrektur ihrer gekürzten Zulage. Für den Riester-Berufseinsteigerbonus für Beamte gilt: Das Zeitfenster lässt sich weder verlängern noch nachträglich korrigieren.

Dieses Erstgespräch eignet sich für Sie, wenn Sie als Anwärterin oder Anwärter kurz vor Ihrem 25. Geburtstag stehen, als Referendarin oder Referendar zum ersten Mal eigenes Geld anlegen oder als junge Beamtin beziehungsweise junger Beamter prüfen wollen, ob sich Riester neben Notgroschen und Altersvorsorgedepot überhaupt lohnt. In 30 Minuten zeige ich Ihnen, wie hoch Ihre Zulage ausfällt und bis wann Sie handeln müssen. Wie ich vergütet werde, sage ich Ihnen offen im Gespräch – das kostenfreie Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.

Albert Sibert

Albert Sibert

Versicherungsexperte

Über mich

Unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter im öffentlichen Dienst. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, Dienstunfähigkeit und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften zur Auswahl.

Kostenfreie, individuelle Beratung

100% kostenfrei & unverbindlich

Termin buchen