Mein Beamtenportal
Referendare26. August 2026

Beamtenanwärter Gehalt netto: Was bleibt wirklich übrig?

Ihr Nettoeinkommen als Anwärter realistisch einschätzen und klug planen.

ProvenExpert4,9/5 · echte Kundenstimmen

Sie befinden sich im Vorbereitungsdienst oder stehen kurz davor – und fragen sich, wie viel von den Anwärterbezügen tatsächlich netto auf dem Konto landet? Eine sehr berechtigte Frage. Zwischen der offiziellen Besoldungstabelle und dem, was am Monatsende wirklich zur Verfügung steht, liegt oft eine spürbare Lücke.

In diesem Artikel erfahren Sie, woraus sich Ihr Nettoeinkommen als Anwärterin oder Anwärter zusammensetzt und wie Sie den Vorbereitungsdienst finanziell klug nutzen. Mehr zu den Finanzen zum Berufsstart für Beamte erfahren Sie hier.

Beamtenanwärter Gehalt netto

Das Wichtigste in Kürze

  • Netto meist zwischen 900 und 1.400 €: Stark abhängig von Bundesland, Laufbahn und Familienstand.

  • Deutlich geringere Abzüge als bei Angestellten: Keine Sozialversicherungsbeiträge, nur Lohnsteuer und ggf. Kirchensteuer.

  • Zulagen können das Netto spürbar erhöhen: Familienzuschlag, Sonderzuschlag oder Ballungsraumzulage.

  • Vorbereitungsdienst als Lernphase nutzen: Wer jetzt Finanzgewohnheiten etabliert, profitiert langfristig.

  • Nach der Übernahme steigt das Gehalt deutlich: So bereiten Sie sich optimal vor.

Albert Sibert

Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, BU und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften statt nur einem Produkt.

Wie hoch ist das Nettogehalt als Beamtenanwärter wirklich?

Group 444

Paul, 23, Anwärter im gehobenen Dienst – weniger als erwartet, aber nicht so wenig wie befürchtet

Paul, 23, startet seinen Vorbereitungsdienst im gehobenen Dienst der Landesverwaltung und ist überrascht, wie unterschiedlich die Zahlen ausfallen, die er vorab im Internet findet. Der Grund: Der Vorbereitungsdienst ist keine klassische Ausbildungsvergütung, aber auch kein vollwertiges Beamtengehalt. Anwärterinnen und Anwärter erhalten den sogenannten Anwärtergrundbetrag, dessen Höhe von der Laufbahngruppe und dem jeweiligen Bundesland abhängt – und die Unterschiede sind teils erheblich.

Als grobe Orientierung: Im mittleren Dienst liegt der Anwärtergrundbetrag oft bei rund 800 bis 900 Euro brutto, im gehobenen Dienst bei rund 850 bis 1.100 Euro brutto, im höheren Dienst – etwa im Referendariat nach dem Masterabschluss – bei rund 1.000 bis 1.200 Euro brutto, teils mit zusätzlicher Zulage. Netto bleiben davon je nach Steuerklasse, Kirchensteuerpflicht, Bundesland und familiären Zuschlägen meist zwischen 900 und 1.400 Euro. Bayern und Baden-Württemberg zahlen durch Zulagen häufig etwas mehr als strukturschwächere Bundesländer – Paul selbst kommt in Baden-Württemberg auf rund 1.150 Euro netto.

Welche Abzüge tatsächlich anfallen

035-unbalanced

Warum Pauls Abzug so viel kleiner war als bei seiner Schwester

Hier liegt eine der großen Besonderheiten des Beamtenstatus, die Paul im Vergleich mit seiner Schwester Lina, die als Angestellte arbeitet, überraschte: Als Beamtenanwärter zahlt er keine Sozialversicherungsbeiträge im klassischen Sinne – kein Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung, keiner zur Arbeitslosenversicherung, in den meisten Fällen auch keiner zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Was bleibt, ist im Wesentlichen die Lohnsteuer und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Da die Anwärterbezüge vergleichsweise niedrig sind, fällt auch die Steuerlast moderat aus – oft zahlen Anwärterinnen und Anwärter in Steuerklasse I nur 30 bis 100 Euro Lohnsteuer im Monat.

Hinzu kommt die private Krankenversicherung, die als Anwärter in der Regel abgeschlossen wird. Die Beihilfe des Dienstherrn deckt dabei einen Großteil der Krankheitskosten – ohne oder mit einem Kind meist 50 Prozent, ab zwei Kindern 70 Prozent. Den Rest sichert eine ergänzende PKV ab, deren Beitrag sich häufig auf 60 bis 150 Euro monatlich beläuft, je nach Tarif, Alter und Gesundheitszustand beim Eintritt. Mehr zum PKV-Einstieg als Referendar erfahren Sie hier.

Zulagen und Extras: So erhöhen Sie Ihr Netto gezielt

034-unbalanced

Vier Zuschläge, die viele Anwärter nicht kennen

Das Nettogehalt als Anwärter ist kein starrer Wert. Verschiedene Zulagen können das monatliche Einkommen spürbar steigern:

  • Anwärtersonderzuschlag: In Mangelbereichen zahlen einige Bundesländer und Behörden einen zusätzlichen Zuschlag zu den Anwärterbezügen.

  • Familienzuschlag: Verheiratete Anwärterinnen und Anwärter oder Personen mit Kindern erhalten einen gesetzlich geregelten Familienzuschlag.

  • Wohnortzuschlag beziehungsweise Ballungsraumzulage: In Städten wie München oder Frankfurt zahlen einzelne Bundesländer zusätzliche Zulagen aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten.

  • Vermögenswirksame Leistungen: Auch Beamtenanwärter haben in vielen Bundesländern Anspruch darauf – ein kleiner, aber wertvoller Baustein.

Prüfen Sie unbedingt, welche dieser Leistungen Ihnen in Ihrem spezifischen Bundesland und Ihrer Laufbahn zustehen. Viele Anwärterinnen und Anwärter lassen hier bares Geld liegen, weil sie die Ansprüche nicht kennen oder nicht beantragen.

Mit dem Anwärtergehalt klug haushalten

Group 440

Wie Paul trotz 1.150 Euro netto 100 Euro monatlich zurücklegt

900 bis 1.400 Euro netto klingen nach wenig – und in Städten wie Stuttgart, München oder Hamburg ist es ohne Frage eng. Dennoch bietet der Vorbereitungsdienst eine wertvolle Chance: finanzielle Gewohnheiten zu etablieren, bevor das reguläre Gehalt kommt. Wer wie Paul lernt, mit rund 1.150 Euro netto auszukommen und trotzdem 100 Euro monatlich zu sparen, wird nach der Verbeamtung auf Probe mit deutlich höherem Nettoeinkommen umso souveräner wirtschaften.

Konkret empfiehlt sich in dieser Phase: einen Notgroschen von mindestens zwei bis drei Nettogehältern als liquide Reserve aufbauen, eine Dienstunfähigkeitsversicherung möglichst früh abschließen – gerade als junger, gesunder Anwärter sind die Beiträge besonders attraktiv –, erste Sparraten einrichten, denn auch 25 bis 50 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan sind ein starker Anfang und schaffen die Gewohnheit des Sparens, und den PKV-Tarif mit Bedacht wählen: Der günstigste Tarif ist nicht immer der klügste, achten Sie auf Leistungsumfang und spätere Anpassbarkeit.

Wie sich Ihr Gehalt nach dem Vorbereitungsdienst entwickelt

icon-checkmark

Pauls Blick auf das, was nach der Prüfung kommt

Die gute Nachricht: Das Anwärtergehalt ist nur der Startpunkt einer langfristig attraktiven Einkommensentwicklung. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung und Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe steigt das Nettoeinkommen deutlich. Als grobe Orientierung, Steuerklasse I, ohne Kinder: im gehobenen Dienst (A9/A10) häufig zwischen 2.100 und 2.600 Euro netto, im höheren Dienst (A13) häufig zwischen 2.800 und 3.400 Euro netto – auch hier je nach Bundesland und Zulagen mit teils spürbaren Unterschieden.

Hinzu kommen regelmäßige Erfahrungsstufenaufstiege, Beförderungsmöglichkeiten und, für viele der entscheidende Faktor, die lebenslange Pension im Alter, die eine gesetzliche Rente in vielen Fällen deutlich übertrifft. Gerade dieser langfristige Blick ist entscheidend für eine kluge Finanzplanung: Wer früh versteht, welche Absicherungen als Beamter wirklich nötig sind – und welche man sich sparen kann –, trifft bessere Entscheidungen, die sich über Jahrzehnte auszahlen.

FAQ: Häufige Fragen zum Nettogehalt als Beamtenanwärter

Wie viel Netto bleibt einem Beamtenanwärter tatsächlich?
Je nach Bundesland, Laufbahn und Familienstand liegt das Nettoeinkommen meist zwischen 900 und 1.400 Euro monatlich. Bayern und Baden-Württemberg zahlen durch Zulagen häufig etwas mehr als strukturschwächere Bundesländer.
Zahlen Beamtenanwärter Sozialversicherungsbeiträge?
Nein. Anwärterinnen und Anwärter zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung oder in den meisten Fällen zur Pflegeversicherung. Es fallen im Wesentlichen nur Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer an.
Wie hoch ist der Beihilfesatz für Beamtenanwärter?
Ohne Kinder oder mit einem Kind liegt der Beihilfesatz meist bei 50 Prozent, ab zwei Kindern steigt er auf 70 Prozent. Die verbleibenden Kosten werden über eine ergänzende private Krankenversicherung abgesichert.
Welche Zulagen können das Anwärtergehalt erhöhen?
Möglich sind unter anderem ein Anwärtersonderzuschlag in Mangelbereichen, ein Familienzuschlag für Verheiratete oder Personen mit Kindern, eine Ballungsraumzulage in teuren Städten sowie vermögenswirksame Leistungen.
Sollte man im Vorbereitungsdienst schon sparen?
Ja, auch kleine Beträge von 25 bis 50 Euro monatlich in einem ETF-Sparplan sind sinnvoll, um frühzeitig eine Spargewohnheit aufzubauen. Vorrangig sollte jedoch zunächst ein Notgroschen von zwei bis drei Nettogehältern als Reserve stehen.
Wie stark steigt das Gehalt nach dem Vorbereitungsdienst?
Nach der Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe steigt das Nettoeinkommen deutlich, im gehobenen Dienst häufig auf 2.100 bis 2.600 Euro und im höheren Dienst auf 2.800 bis 3.400 Euro netto, abhängig von Bundesland und Zulagen.

Den Berufsstart vollständig absichern: Das gehört dazu

033-health insurance

Ohne diese zwei Bausteine bleibt Ihre Planung lückenhaft

Ein solider Start ist nur so stark wie die Absicherung dahinter. Diese zwei Bausteine sollten Sie parallel mitdenken:

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre persönliche Finanzplanung als Anwärterin, Anwärter oder frisch verbeamtete Person aussehen sollte, sprechen Sie mich gerne an – transparent, unabhängig und auf Augenhöhe.

Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses Erstgespräch. Jetzt kostenloses Erstgespräch buchen →

Albert Sibert

Albert Sibert

Über mich

Unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter im öffentlichen Dienst. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, Dienstunfähigkeit und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften zur Auswahl.

  • Über 250 Partnergesellschaften: Ich vergleiche unabhängig, statt nur ein Produkt zu verkaufen.
  • Spezialisiert auf den öffentlichen Dienst: Beihilfe, PKV und Beamtenversorgung kenne ich im Detail.
  • Persönliche Betreuung: Sie erreichen mich direkt, ohne Warteschleife oder Callcenter.

Kostenfreie, individuelle Beratung

100% kostenfrei & unverbindlich