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PKVBeamte4. November 2026

Beihilfe für Anwärter in Hessen: Sätze und Fristen

Wie Anwärterinnen und Anwärter aus Polizei, Steuerverwaltung, Justiz und Verwaltung in Hessen den Bemessungssatz von 70 Prozent, die Öffnungsaktion und ihren Beihilfeantrag richtig nutzen.

ProvenExpert4,9/5 · echte Kundenstimmen

Lea, 24, Kommissaranwärterin im gehobenen Dienst der hessischen Polizei, hält am ersten Tag ihrer Ausbildung ihre erste Bezügemitteilung der Bezügestelle beim Regierungspräsidium Kassel in der Hand. Eine Zeile wirft Fragen auf: Beihilfe. Beihilfe für Anwärter in Hessen bedeutet: Das Land übernimmt 70 Prozent ihrer Krankheitskosten, die übrigen 30 Prozent sichert sie über ihre Krankenversicherung selbst ab – unabhängig davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert bleibt.

Was Beihilfe grundsätzlich bedeutet und wie sie mit Ihrer Krankenversicherung zusammenspielt, lesen Sie in meinem Beitrag Was ist Beihilfe?.

Das Wichtigste in Kürze

  • 70 % Beihilfe für Anwärterinnen und Anwärter: Hessen gewährt Empfängerinnen und Empfängern von Anwärterbezügen einen einheitlichen Bemessungssatz von 70 % einschließlich berücksichtigungsfähiger Angehöriger (§ 15 HBeihVO) – deutlich mehr als der Grundsatz von 50 % für andere aktive Beamtinnen und Beamte.

  • 85 % bei stationären Behandlungen: Für Krankenhausaufenthalte und Anschlussheilbehandlungen erhöht sich der Satz nach § 15 Abs. 6 HBeihVO auf 85 %.

  • Der Zeitpunkt der Antragstellung zählt: Anders als beim Bund oder in Niedersachsen sind in Hessen die persönlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Antragstellung maßgeblich, nicht der Zeitpunkt der Behandlung.

  • Keine pauschale Beihilfe (Stand November 2026): Anders als einige Nachbarländer bietet Hessen bislang keinen monatlichen Pauschalzuschuss anstelle der Beihilfe, eine Einführung wird laut Koalitionsvertrag erst geprüft.

  • Sechs Monate Frist für die Öffnungsaktion: Innerhalb von sechs Monaten nach Begründung des Beamtenverhältnisses nehmen teilnehmende PKV-Anbieter Sie mit einem auf 30 % gedeckelten Risikozuschlag auf.

Im kostenfreien Erstgespräch ordne ich mit Ihnen ein, was der Bemessungssatz von 70 % für Ihre Besoldungsgruppe und Ihren Vorbereitungsdienst bedeutet.

Albert Sibert

Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, BU und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften statt nur einem Produkt.

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Warum die Beihilfe für Anwärterinnen und Anwärter in Hessen über die Versicherungswahl entscheidet

Mit der Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden Sie Beamtin oder Beamter auf Widerruf – ob bei der hessischen Polizei, der Steuerverwaltung, der Justiz oder in der allgemeinen Verwaltung. Für Ihre Krankenversicherung bedeutet das: Das Land übernimmt über die Beihilfe einen Teil Ihrer Krankheitskosten, den Rest sichern Sie selbst ab – unabhängig davon, für welche Krankenversicherung Sie sich entscheiden.

Anders als angestellte Berufseinsteiger erhalten Sie als Beamtin oder Beamter auf Widerruf keinen Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Bleiben Sie freiwillig in der GKV, zahlen Sie den vollen Beitrag allein und nutzen gleichzeitig nur einen Teil Ihres Beihilfeanspruchs. Wechseln Sie in die private Krankenversicherung, sichern Sie nur die verbleibenden 30 % Ihres Risikos ab – bei entsprechend geringeren Beiträgen. Mehr zu den Kosten lesen Sie in meinem Beitrag Kosten der PKV für Referendare.

Die Beihilfesätze in Hessen im Überblick

Hessen regelt den Bemessungssatz über § 15 der Hessischen Beihilfenverordnung (HBeihVO). Die folgende Tabelle zeigt die Sätze im Überblick (Quelle: Regierungspräsidium Kassel, Merkblatt zur HBeihVO).

PersonengruppeBemessungssatz
Alleinstehende Beamtinnen und Beamte im aktiven Dienst ohne berücksichtigungsfähige Angehörige50 %
Beamtinnen und Beamte mit berücksichtigungsfähigen Angehörigen (je Angehöriger +5 Prozentpunkte)bis 70 %
Empfängerinnen und Empfänger von Anwärterbezügen, einschließlich berücksichtigungsfähiger Angehöriger70 %
Stationäre Krankenhausbehandlung und Anschlussheilbehandlung85 %

Für Lea als Kommissaranwärterin bedeutet das: Sie erhält den vollen Anwärtersatz von 70 % unabhängig davon, ob sie Angehörige hat – ein deutlich höherer Satz als der Grundsatz von 50 %, den Anwärterinnen und Anwärter in manchen anderen Bundesländern erhalten. Bleibt sie freiwillig gesetzlich versichert, zahlt sie auf ihre Anwärterbezüge dennoch den vollen Sozialversicherungsbeitrag: 14,6 % allgemeiner Beitragssatz plus durchschnittlich 2,9 % Zusatzbeitrag 2026, zusammen 17,5 % (Quelle: vdek, Neuerungen im Gesundheitswesen 2026), zuzüglich 3,6 % Pflegeversicherung und ab 23 Jahren ohne Kinder weiteren 0,6 % Kinderlosenzuschlag. Eine private Krankenversicherung mit Beihilfeergänzung deckt dagegen nur die verbleibenden 30 % des Risikos ab, die die Beihilfe nicht übernimmt.

Besonderheit in Hessen: Der Zeitpunkt der Antragstellung entscheidet

Eine Eigenheit der hessischen Beihilfe betrifft den maßgeblichen Zeitpunkt für den Bemessungssatz: Nach § 15 Abs. 1 Satz 8 HBeihVO zählen die persönlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Antragstellung – nicht, wie beim Bund oder in Niedersachsen üblich, der Zeitpunkt, in dem die Behandlung stattgefunden hat.

Für Anwärterinnen und Anwärter ist das vor allem beim Übergang vom Vorbereitungsdienst in die Probezeit relevant: Mit der Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Probe endet der erhöhte Anwärtersatz von 70 %, danach gilt wieder der Grundsatz von 50 % mit Erhöhungen je berücksichtigungsfähigem Angehörigen. Weil die Verhältnisse im Zeitpunkt der Antragstellung zählen, lohnt es sich, Rechnungen aus den letzten Monaten des Vorbereitungsdienstes zügig einzureichen, statt sie erst nach der Ernennung zur Probebeamtin oder zum Probebeamten zu sammeln.

Keine pauschale Beihilfe in Hessen: Was das für Ihre Versicherungswahl bedeutet

Einige Bundesländer bieten mittlerweile eine pauschale Beihilfe an: einen monatlichen Zuschuss zum Beitrag einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, anstelle der klassischen Einzelerstattung. Hessen gehört bislang nicht dazu. Laut Koalitionsvertrag der Landesregierung wird eine Einführung geprüft, ein konkreter Gesetzentwurf lag bei Redaktionsschluss (Stand: November 2026) nicht vor.

Für Sie als Anwärterin oder Anwärter in Hessen bleiben damit zwei Wege: freiwillig gesetzlich versichert bleiben und den vollen Kassenbeitrag ohne Zuschuss zahlen, oder eine private Krankenversicherung wählen, die genau die verbleibenden 30 % Ihres Risikos abdeckt. Für die meisten jungen, gesunden Anwärterinnen und Anwärter ist die zweite Variante finanziell günstiger – eine Einzelfallrechnung lohnt sich trotzdem, insbesondere wenn eine Familienplanung ansteht. Gerne rechne ich im kostenfreien Erstgespräch durch, welche Variante für Ihre Situation tatsächlich günstiger ist.

Die Öffnungsaktion nutzen: Frist und Risikozuschlag

Die Öffnungsaktion ist eine freiwillige Selbstverpflichtung teilnehmender privater Krankenversicherer: Beamtinnen und Beamte auf Widerruf erhalten innerhalb von sechs Monaten nach Begründung ihres Beamtenverhältnisses Zugang zur PKV, auch mit Vorerkrankungen. Der Risikozuschlag ist dabei auf 30 % des tariflichen Beitrags gedeckelt, die Frist läuft ab dem Datum der Ernennungsurkunde (Quelle: PKV-Verband, Öffnungsaktion für Beamte, Stand Januar 2026).

Lea hat sich direkt in den ersten Wochen ihrer Ausbildung um einen beihilfekonformen Anwärtertarif gekümmert. Finn, Anwärter im Justizvollzugsdienst im Jahrgang nach ihr, hat die Entscheidung monatelang vor sich hergeschoben und erst kurz vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist reagiert – mit spürbar weniger Tarifauswahl, weil einige Versicherer für seinen Jahrgang da schon keine neuen Anträge mehr annahmen. Im Beratungsgespräch ordne ich ein, welcher Anwärtertarif zu Ihrer Situation passt, solange die Sechs-Monats-Frist noch läuft.

So stellen Sie Ihren Beihilfeantrag in Hessen

Die Beihilfe wird nicht automatisch ausgezahlt. Zuständig ist die Bezügestelle beim Regierungspräsidium Kassel mit Hauptsitz in Kassel und einer Nebenstelle in Wiesbaden – sie hat die frühere Hessische Bezügestelle (HBS) übernommen und bearbeitet sowohl Ihre Besoldung als auch Ihre Beihilfeanträge.

Wichtig ist die Ausschlussfrist: Ihre Aufwendungen müssen Sie innerhalb eines Jahres geltend machen, danach erlischt der Anspruch. Ein Antrag ist zudem grundsätzlich erst ab 250 Euro Gesamtaufwendungen zulässig, bei Aufwendungen über zehn Monate genügt bereits ein Betrag von 25 Euro. Reichen Sie Ihre Belege deshalb zeitnah ein, statt sie über Monate zu sammeln.

Typische Fehler bei der Beihilfe als Anwärter in Hessen

In der Beratungspraxis wiederholen sich bei Anwärterinnen und Anwärtern in Hessen dieselben Fehler:

  • Die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion verstreicht ungenutzt: Wer sie verpasst, braucht später eine reguläre Gesundheitsprüfung ohne Zuschlagsdeckel.

  • Freiwillige GKV-Mitgliedschaft ohne Vergleichsrechnung: Ohne Zuschuss zahlen Sie in der GKV 17,5 % plus Pflegeversicherung allein – oft teurer als eine beihilfekonforme PKV.

  • Ein nicht beihilfekonformer PKV-Tarif wird gewählt: Der Tarif muss exakt die verbleibenden 30 % abdecken, sonst entstehen Lücken oder teure Doppelleistungen.

  • Der Übergang vom Vorbereitungsdienst in die Probezeit wird übersehen: Mit der Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Probe sinkt der Bemessungssatz von 70 % auf den Grundsatz von 50 % – wer das nicht einplant, hat plötzlich eine größere Lücke.

  • Die Ausschlussfrist von einem Jahr wird ausgereizt: Wer Belege liegen lässt, verschenkt Liquidität und riskiert im Einzelfall den Fristablauf.

Immer freundlich und stets bereit für Rückfragen. Auch das ‚Mit-rein-nehmen' in die Thematik und das gute Erklären hat mir gefallen.

Micha B., Lehramtsstudent – Bewertung auf ProvenExpert

Häufige Fragen zur Beihilfe für Anwärter in Hessen

Wie hoch ist die Beihilfe für Anwärterinnen und Anwärter in Hessen?

Anwärterinnen und Anwärter erhalten in Hessen einen einheitlichen Bemessungssatz von 70 % nach § 15 HBeihVO, unabhängig von der Zahl berücksichtigungsfähiger Angehöriger. Die restlichen 30 % der Kosten sichern Sie über die gesetzliche oder private Krankenversicherung selbst ab.

Wie hoch ist die Beihilfe bei stationären Behandlungen in Hessen?

Bei stationären Krankenhausbehandlungen und Anschlussheilbehandlungen erhöht sich der Bemessungssatz nach § 15 Abs. 6 HBeihVO auf 85 %. Das gilt auch für Anwärterinnen und Anwärter.

Gibt es in Hessen eine pauschale Beihilfe?

Nein, Stand November 2026 bietet Hessen keine pauschale Beihilfe als Alternative zur klassischen Einzelerstattung an. Eine Einführung wird laut Koalitionsvertrag geprüft, ein Gesetzentwurf liegt bislang nicht vor.

Wie lange habe ich als Anwärter in Hessen Zeit für die Öffnungsaktion?

Die Frist beträgt sechs Monate ab Begründung Ihres Beamtenverhältnisses laut Ernennungsurkunde. Innerhalb dieser Frist ist der Risikozuschlag teilnehmender Versicherer auf 30 % des tariflichen Beitrags gedeckelt.

Welche Frist gilt für meinen Beihilfeantrag in Hessen?

Sie müssen Ihre Aufwendungen innerhalb eines Jahres geltend machen, danach erlischt der Anspruch durch die Ausschlussfrist. Ein Antrag ist grundsätzlich erst ab 250 Euro Gesamtaufwendungen zulässig, bei Aufwendungen über zehn Monate genügen bereits 25 Euro.

Muss ich mich als Anwärter in Hessen privat versichern?

Eine Pflicht zur PKV besteht nicht. Sie können freiwillig gesetzlich versichert bleiben, zahlen dann aber den vollen Kassenbeitrag ohne Zuschuss. Für die meisten Anwärterinnen und Anwärter ist eine beihilfekonforme PKV finanziell günstiger.

Passend zur Beihilfe für Anwärter in Hessen: Weitere Themen für Ihren Start im öffentlichen Dienst

Neben der Beihilfe lohnt sich beim Berufsstart ein Blick auf weitere Absicherungen:

  • PKV-Tarifwahl für Referendare in Hessen: Welche Kriterien bei einem beihilfekonformen Tarif zählen, zeige ich in PKV für Referendare in Hessen. Gerne gleiche ich im Gespräch ab, ob dieselben Kriterien für Ihren Vorbereitungsdienst gelten.

  • Dienstunfähigkeit in den ersten Dienstjahren: Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf haben Sie bei Dienstunfähigkeit kaum Absicherung durch den Dienstherrn. Mehr dazu in Dienstunfähigkeit bei Berufsanfängern. Im Erstgespräch ordnen wir ein, ob und wann sich eine DU-Versicherung neben Ihrer Beihilfe in Hessen lohnt.

  • Finanzielle Reserve für den Berufsstart: Wer PKV-Beiträge plant, braucht parallel einen Puffer für unerwartete Ausgaben. Wie Sie diesen aufbauen, lesen Sie in Notgroschen aufbauen. Gerne zeige ich Ihnen im Gespräch, wie sich Versicherung und Rücklage sinnvoll kombinieren lassen.

Einen Überblick über alle Themen rund um Beihilfe, PKV und Absicherung im öffentlichen Dienst finden Sie in meinem Ratgeber.

Lea hat ihren PKV-Antrag in den ersten Wochen ihrer Ausbildung gestellt, Finn erst kurz vor Ablauf der Öffnungsaktion – mit spürbar weniger Tarifauswahl durch die verlorenen Monate. Der Unterschied zwischen beiden liegt nicht in der Besoldungsgruppe, sondern im Zeitpunkt der Entscheidung. Für die Beihilfe für Anwärter in Hessen gilt: Je früher Sie den Bemessungssatz von 70 %, die fehlende pauschale Beihilfe und die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion kennen, desto günstiger und unkomplizierter gelingt Ihr Start in Beihilfe und Krankenversicherung.

Dieses Erstgespräch eignet sich für Sie, wenn Sie als Studentin oder Student kurz vor dem Vorbereitungsdienst in Hessen stehen, mitten in der Ausbildung bei Polizei, Steuerverwaltung, Justiz oder allgemeiner Verwaltung die Öffnungsaktion im Blick behalten müssen oder als junge Beamtin beziehungsweise junger Beamter in den ersten Dienstjahren zwischen GKV und PKV entscheiden wollen. In 30 Minuten sehen Sie, wo Ihre Lücken liegen und was es kostet, sie zu schließen. Wie ich vergütet werde, sage ich Ihnen offen im Gespräch – das kostenfreie Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.

Albert Sibert

Albert Sibert

Versicherungsexperte

Über mich

Unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter im öffentlichen Dienst. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, Dienstunfähigkeit und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften zur Auswahl.

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