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PKVBeamte3. November 2026

Beihilfe für Anwärter in Niedersachsen: Sätze und Fristen

Wie Anwärterinnen und Anwärter aus Polizei, Steuerverwaltung, Justiz und Verwaltung in Niedersachsen die Beihilfesätze, die pauschale Beihilfe und die Öffnungsaktion für ihre Krankenversicherung nutzen.

ProvenExpert4,9/5 · echte Kundenstimmen

Jana, 24, Anwärterin im gehobenen Dienst der niedersächsischen Steuerverwaltung, hält am ersten Tag ihrer Ausbildung am Finanzamt Hannover ihre erste Bezügemitteilung des Niedersächsischen Landesamts für Bezüge und Versorgung (NLBV) in der Hand. Eine Zeile wirft Fragen auf: Beihilfe. Beihilfe für Anwärter in Niedersachsen bedeutet: Das Land übernimmt die Hälfte ihrer Krankheitskosten, die übrigen 50 % sichert sie über ihre Krankenversicherung selbst ab – unabhängig davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert bleibt.

Was Beihilfe grundsätzlich bedeutet und wie sie mit Ihrer Krankenversicherung zusammenspielt, lesen Sie in meinem Beitrag Was ist Beihilfe?.

Das Wichtigste in Kürze

  • 50 % Beihilfe im Grundfall: Anwärterinnen und Anwärter erhalten als Beamtinnen und Beamte im aktiven Dienst den Bemessungssatz von 50 %, ab zwei im Familienzuschlag berücksichtigungsfähigen Kindern steigt er auf 70 % (§ 43 NBhVO, § 80 Abs. 5 NBG).

  • Zahnersatz ist im Vorbereitungsdienst ausgeschlossen: Für Beamtinnen und Beamte auf Widerruf sind Zahnersatz, Inlays, Kronen und Implantate nicht beihilfefähig, außer bei einem Dienstunfall während der Ausbildung.

  • Pauschale Beihilfe als Alternative: Niedersachsen zahlt auf unwiderruflichen Antrag bis zu 50 % Ihres Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrags als monatlichen Zuschuss (§ 80a NBG).

  • Sechs Monate Frist für die Öffnungsaktion: Innerhalb von sechs Monaten nach Begründung des Beamtenverhältnisses nehmen teilnehmende PKV-Anbieter Sie mit einem auf 30 % gedeckelten Risikozuschlag auf.

  • Ein Jahr Zeit für den Beihilfeantrag: Belege müssen innerhalb eines Jahres nach Rechnungsdatum eingereicht werden, der Antrag ist erst ab 100 Euro Gesamtaufwendungen zulässig.

Im kostenfreien Erstgespräch ordne ich mit Ihnen ein, was diese Sätze für Ihre Besoldungsgruppe und Ihren Vorbereitungsdienst bedeuten.

Albert Sibert

Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, BU und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften statt nur einem Produkt.

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Warum die Beihilfe für Anwärterinnen und Anwärter in Niedersachsen über die Versicherungswahl entscheidet

Mit der Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden Sie Beamtin oder Beamter auf Widerruf – ob bei der Polizei, der Steuerverwaltung, der Justiz oder in der allgemeinen Verwaltung Niedersachsens. Für Ihre Krankenversicherung bedeutet das: Das Land übernimmt über die Beihilfe einen Teil Ihrer Krankheitskosten, den Rest sichern Sie selbst ab – unabhängig davon, für welche Krankenversicherung Sie sich entscheiden.

Anders als angestellte Berufseinsteiger erhalten Sie als Beamtin oder Beamter auf Widerruf keinen Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Bleiben Sie freiwillig in der GKV, zahlen Sie den vollen Beitrag allein und verzichten gleichzeitig auf einen Großteil Ihres Beihilfeanspruchs. Wechseln Sie in die private Krankenversicherung, sichern Sie nur die verbleibenden 50 % Ihres Risikos ab – bei entsprechend geringeren Beiträgen. Mehr zu den Kosten lesen Sie in meinem Beitrag Kosten der PKV für Referendare.

Die Beihilfesätze in Niedersachsen im Überblick

Niedersachsen regelt die Bemessungssätze über § 80 Abs. 5 Niedersächsisches Beamtengesetz (NBG) in Verbindung mit § 43 der Niedersächsischen Beihilfeverordnung (NBhVO). Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Sätze (Quelle: NLBV, Informationsblatt über die Gewährung von Beihilfen, Stand 1.8.2025).

PersonengruppeBemessungssatz
Beamtinnen und Beamte im aktiven Dienst (inkl. Anwärterinnen und Anwärter)50 %
Beamtinnen und Beamte mit zwei oder mehr im Familienzuschlag berücksichtigungsfähigen Kindern70 %
Versorgungsempfänger, berücksichtigungsfähige Ehegatten und Lebenspartner70 %
Berücksichtigungsfähige Kinder und eigenständig beihilfeberechtigte Waisen80 %

Bleiben Sie in dieser Ausgangslage freiwillig gesetzlich versichert, zahlen Sie auf Ihre Anwärterbezüge den vollen Sozialversicherungsbeitrag: 14,6 % allgemeiner Beitragssatz plus durchschnittlich 2,9 % Zusatzbeitrag 2026, zusammen 17,5 % (Quelle: vdek, Neuerungen im Gesundheitswesen 2026). Hinzu kommt die Pflegeversicherung mit 3,6 % plus 0,6 % Kinderlosenzuschlag ab 23 Jahren. Eine private Krankenversicherung mit Beihilfeergänzung deckt dagegen nur die verbleibenden 50 % des Risikos ab, die die Beihilfe nicht übernimmt.

Die Zahnersatz-Falle im Vorbereitungsdienst

Eine Besonderheit betrifft gezielt Anwärterinnen und Anwärter: Für Beamtinnen und Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst sind Aufwendungen für Zahnersatz, Inlays, Zahnkronen sowie funktionsanalytische, funktionstherapeutische und implantologische Leistungen nach der NBhVO nicht beihilfefähig. Diese Einschränkung gilt auch für Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die Behandlung auf einem Unfall beruht, der während der Zeit des Vorbereitungsdienstes eingetreten ist.

Till, Anwärter im Jahrgang nach Jana, hat diese Lücke erst am Behandlungsstuhl erfahren: Der Kostenvoranschlag für eine Krone über 900 Euro wurde vollständig abgelehnt. Wer die Regelung kennt, kann sie über eine ergänzende Zahnzusatzversicherung schließen, statt sie im Ernstfall vollständig selbst zu tragen.

Pauschale Beihilfe als Alternative: Wann sich der Wechsel lohnt

Anders als einige andere Bundesländer bietet Niedersachsen neben der individuellen Beihilfe nach § 80 NBG eine pauschale Beihilfe nach § 80a NBG an: einen monatlichen Zuschuss zum Beitrag einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankheitskostenvollversicherung in Höhe von bis zu 50 % des nachgewiesenen Beitrags. Bei einer privaten Krankenversicherung ist der Zuschuss auf höchstens die Hälfte des Beitrags eines vergleichbaren Basistarifs gedeckelt.

Wichtig: Der Antrag auf pauschale Beihilfe und der damit verbundene Verzicht auf die individuelle Beihilfe sind unwiderruflich und müssen schriftlich erfolgen. Für die meisten Anwärterinnen und Anwärter mit geringem Krankheitsrisiko ist die individuelle Beihilfe in Kombination mit einer beihilfekonformen PKV finanziell meist günstiger als die pauschale Variante – eine Einzelfallrechnung lohnt sich trotzdem, bevor Sie sich unwiderruflich festlegen.

Die Öffnungsaktion nutzen: Frist und Risikozuschlag

Die Öffnungsaktion ist eine freiwillige Selbstverpflichtung teilnehmender privater Krankenversicherer: Beamtinnen und Beamte auf Widerruf erhalten innerhalb von sechs Monaten nach Begründung ihres Beamtenverhältnisses Zugang zur PKV, auch mit Vorerkrankungen. Der Risikozuschlag ist dabei auf 30 % des tariflichen Beitrags gedeckelt, Leistungsausschlüsse sind in dieser Frist nicht zulässig (Quelle: PKV-Verband, Öffnungsaktion für Beamte).

Jana hat sich direkt in den ersten Wochen ihrer Ausbildung um einen beihilfekonformen Anwärtertarif gekümmert. Till hat die Entscheidung monatelang vor sich hergeschoben und erst kurz vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist reagiert – mit spürbar weniger Tarifauswahl, weil einige Versicherer für seinen Jahrgang da schon keine neuen Anträge mehr annahmen. Im kostenfreien Erstgespräch zeige ich Ihnen, welcher Anwärtertarif Ihre Lücke schließt, bevor die Sechs-Monats-Frist verstreicht.

So stellen Sie Ihren Beihilfeantrag in Niedersachsen

Die Beihilfe wird nicht automatisch ausgezahlt. Zuständig ist das Niedersächsische Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) über seine Zentralen Informations- und Beratungsstellen – Sie reichen Ihre Belege schriftlich oder postalisch ein, Formulare stehen auf der Internetseite des NLBV bereit.

Wichtig ist die Ausschlussfrist: Eine Beihilfe wird nur gewährt, wenn Sie Ihre Aufwendungen innerhalb eines Jahres nach Rechnungs- oder Kaufdatum geltend machen. Ein Antrag ist zudem erst zulässig, wenn die geltend gemachten Aufwendungen insgesamt mehr als 100 Euro betragen, Ausnahmen gelten bei drohendem Fristablauf oder unbilliger Härte. Reichen Sie Ihre Belege deshalb zeitnah ein, statt sie über Monate zu sammeln.

Typische Fehler bei der Beihilfe als Anwärter in Niedersachsen

In der Beratungspraxis wiederholen sich bei Anwärterinnen und Anwärtern in Niedersachsen dieselben Fehler:

  • Die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion verstreicht ungenutzt: Wer sie verpasst, braucht später eine reguläre Gesundheitsprüfung ohne Zuschlagsdeckel.

  • Freiwillige GKV-Mitgliedschaft ohne Vergleichsrechnung: Ohne Zuschuss zahlen Sie in der GKV 17,5 % plus Pflegeversicherung allein – oft teurer als eine beihilfekonforme PKV.

  • Ein nicht beihilfekonformer PKV-Tarif wird gewählt: Der Tarif muss exakt die verbleibenden 50 % abdecken, sonst entstehen Lücken oder teure Doppelleistungen.

  • Die Zahnersatz-Lücke im Vorbereitungsdienst wird übersehen: Ohne ergänzenden Schutz tragen Sie Zahnersatzkosten während der Ausbildung vollständig selbst.

  • Die Ausschlussfrist von einem Jahr wird ausgereizt: Wer Belege liegen lässt, verschenkt Liquidität und riskiert im Einzelfall den Fristablauf.

Herr Sibert hat eine sehr starke, lösungsorientierte und kompetente Kommunikation, die es sehr leicht macht, Sachverhalte zu verstehen. Ich fühle mich sehr gut beraten und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Lisa G., Diplom-Verwaltungswirtin – Bewertung auf ProvenExpert

Häufige Fragen zur Beihilfe für Anwärter in Niedersachsen

Wie hoch ist die Beihilfe für Anwärterinnen und Anwärter in Niedersachsen?

Anwärterinnen und Anwärter erhalten als Beamtinnen und Beamte im aktiven Dienst den Bemessungssatz von 50 % nach § 43 NBhVO. Ab zwei im Familienzuschlag berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Satz auf 70 %. Die restlichen Kosten sichern Sie über die gesetzliche oder private Krankenversicherung selbst ab.

Bekommen Anwärter in Niedersachsen Beihilfe für Zahnersatz?

Nein. Für Beamtinnen und Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst sind Zahnersatz, Inlays, Zahnkronen und implantologische Leistungen nach der NBhVO nicht beihilfefähig. Eine Ausnahme gilt nur bei einem Dienstunfall während der Ausbildung.

Was ist die pauschale Beihilfe in Niedersachsen?

Die pauschale Beihilfe nach § 80a NBG ist ein monatlicher Zuschuss von bis zu 50 % zum Beitrag einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, anstelle der individuellen Beihilfe. Der Antrag ist unwiderruflich und muss schriftlich gestellt werden.

Wie lange habe ich Zeit, einen Beihilfeantrag in Niedersachsen zu stellen?

Sie müssen Ihre Aufwendungen innerhalb eines Jahres nach dem Rechnungs- oder Kaufdatum geltend machen, danach verfällt der Anspruch durch die Ausschlussfrist. Ein Antrag ist zudem erst ab insgesamt 100 Euro Aufwendungen zulässig.

Was passiert, wenn ich die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion verpasse?

Nach Ablauf der Frist nehmen Versicherer Sie weiterhin auf, allerdings ohne den gedeckelten Risikozuschlag von 30 % und ohne die vereinfachte Gesundheitsprüfung. Bei Vorerkrankungen kann das zu höheren Beiträgen oder Ausschlüssen führen.

Muss ich mich als Anwärter in Niedersachsen privat versichern?

Eine Pflicht zur PKV besteht nicht. Sie können freiwillig gesetzlich versichert bleiben oder die pauschale Beihilfe wählen, zahlen dann aber den vollen Kassenbeitrag ohne weiteren Zuschuss zur Beihilfe. Für die meisten Anwärterinnen und Anwärter ist eine beihilfekonforme PKV finanziell günstiger.

Passend zur Beihilfe: Weitere Themen für Ihren Start im öffentlichen Dienst

Neben der Beihilfe lohnt sich beim Berufsstart ein Blick auf weitere Absicherungen:

  • PKV-Tarifwahl speziell für Niedersachsen: Welche Kriterien bei einem beihilfekonformen Tarif zählen, zeige ich in PKV für Referendare in Niedersachsen. Gerne gleiche ich im Gespräch ab, ob dieselben Kriterien für Ihren Vorbereitungsdienst gelten.

  • Dienstunfähigkeit in den ersten Dienstjahren: Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf haben Sie bei Dienstunfähigkeit kaum Absicherung durch den Dienstherrn. Mehr dazu in Dienstunfähigkeit bei Berufsanfängern. Im Erstgespräch ordnen wir ein, ob und wann sich eine DU-Versicherung neben Ihrer Beihilfe in Niedersachsen lohnt.

  • Finanzielle Reserve für den Berufsstart: Wer PKV-Beiträge plant, braucht parallel einen Puffer für unerwartete Ausgaben. Wie Sie diesen aufbauen, lesen Sie in Notgroschen aufbauen. Gerne zeige ich Ihnen im Gespräch, wie sich Versicherung und Rücklage sinnvoll kombinieren lassen.

Einen Überblick über alle Themen rund um Beihilfe, PKV und Absicherung im öffentlichen Dienst finden Sie in meinem Ratgeber.

Jana hat ihren PKV-Antrag in den ersten Wochen ihrer Ausbildung gestellt, Till erst kurz vor Ablauf der Öffnungsaktion – mit spürbar weniger Tarifauswahl durch die verlorenen Monate. Der Unterschied zwischen beiden liegt nicht in der Besoldungsgruppe, sondern im Zeitpunkt der Entscheidung. Für die Beihilfe für Anwärter in Niedersachsen gilt: Je früher Sie die Bemessungssätze, die Zahnersatz-Regelung und die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion kennen, desto günstiger und unkomplizierter gelingt Ihr Start in Beihilfe und Krankenversicherung.

Dieses Erstgespräch eignet sich für Sie, wenn Sie als Studentin oder Student kurz vor dem Vorbereitungsdienst in Niedersachsen stehen, mitten in der Ausbildung bei Polizei, Steuerverwaltung, Justiz oder allgemeiner Verwaltung die Öffnungsaktion im Blick behalten müssen oder als junge Beamtin beziehungsweise junger Beamter in den ersten Dienstjahren zwischen GKV, PKV und pauschaler Beihilfe entscheiden wollen. In 30 Minuten sehen Sie, wo Ihre Lücken liegen und was es kostet, sie zu schließen. Wie ich vergütet werde, sage ich Ihnen offen im Gespräch – das kostenfreie Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.

Albert Sibert

Albert Sibert

Versicherungsexperte

Über mich

Unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter im öffentlichen Dienst. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, Dienstunfähigkeit und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften zur Auswahl.

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