PKV für Referendare in Bremen: Jetzt richtig entscheiden
Wie Referendarinnen und Referendare in Bremen zwischen PKV mit Beihilfeergänzung, der pauschalen Beihilfe und der freiwilligen GKV wählen.
Finn, 24, tritt zum 1. August sein Referendariat für das Lehramt an Oberschulen in Bremen an. In der ersten Woche liegt neben seiner ersten Bezügeabrechnung ein Schreiben von Performa Nord im Briefkasten, das ihm mehrere Wege zur Krankenversicherung nennt. Als Beamter auf Widerruf erhält er 50 % Beihilfe vom Dienstherrn, den Rest muss er selbst absichern. PKV für Referendare in Bremen ist damit eine Entscheidung mit spürbaren Folgen für sein monatliches Budget.
Mehr zum grundsätzlichen Einstieg in die private Krankenversicherung während des Referendariats lesen Sie in meinem Beitrag PKV für Referendare: Der Einstieg.
Das Wichtigste in Kürze
50 % Beihilfe als Grundsatz: Referendarinnen und Referendare in Bremen erhalten als Beamtinnen und Beamte auf Widerruf den allgemeinen Bemessungssatz von 50 %, ab zwei Kindern steigt er auf 70 %.
Bremer Besonderheit pauschale Beihilfe: Statt PKV mit Beihilfeergänzung können Sie sich für einen Zuschuss von 50 % zu Ihrem GKV-Beitrag entscheiden – eine Option, die nur wenige Bundesländer bieten.
Die Entscheidung bindet dauerhaft: Wer sich für die pauschale Beihilfe entscheidet, kann nicht mehr zur klassischen Beihilfe mit PKV-Ergänzung zurückwechseln.
Sechs Monate Frist für die Öffnungsaktion: Wer in die PKV wechseln will, sichert sich innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses einen auf 30 % gedeckelten Risikozuschlag.
Gesundheitsfragen entscheiden über den Beitrag: Wie Sie sie beantworten, wirkt sich stärker aus als jeder Tarifvergleich – Fehler lassen sich später kaum korrigieren.
Welche der drei Varianten zu Ihrer Situation passt, zeige ich Ihnen gerne in einem kostenfreien Erstgespräch – in 30 Minuten sehen Sie, wo Ihre Lücken liegen und was es kostet, sie zu schließen.

Ich bin Albert Sibert, unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, BU und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften statt nur einem Produkt.
Warum die Krankenversicherung für Referendare in Bremen drei Wege kennt
Mit der Einstellung in den Vorbereitungsdienst werden Sie Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Über die Beihilfe übernimmt der Dienstherr einen Teil Ihrer Krankheitskosten, den Rest sichern Sie selbst ab. In Bremen liegt dieser Bemessungssatz für die meisten Referendarinnen und Referendare bei 50 % – wie im Bund und in den meisten anderen Bundesländern auch (Quelle: § 80 Bremisches Beamtengesetz, Neufassung 2022).
Ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Satz auf 70 %. Für die verbleibenden 50 % haben Sie in Bremen grundsätzlich drei Wege: eine private Krankenversicherung mit Beihilfeergänzung, die pauschale Beihilfe zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung oder die freiwillige GKV ganz ohne Zuschuss. Die dritte Variante lohnt sich praktisch nie, weil Sie dann weder PKV-Ergänzung noch Zuschuss erhalten. Finn stand vor genau dieser Wahl, als das Schreiben von Performa Nord auf seinem Tisch lag.
| Personengruppe | Bemessungssatz |
|---|---|
| Beihilfeberechtigte ohne Kind oder mit einem Kind (auch Anwärterinnen und Anwärter) | 50 % |
| Beihilfeberechtigte mit zwei oder mehr Kindern | 70 % |
| Nicht selbst beihilfeberechtigte Ehegattinnen, Ehegatten und Lebenspartnerinnen, Lebenspartner | 70 % |
Die Bremer Besonderheit: die pauschale Beihilfe als Alternative zur PKV
Anders als im Saarland oder in vielen anderen Bundesländern müssen Sie sich in Bremen nicht zwingend privat versichern, um von der Beihilfe zu profitieren. Seit dem 1. Januar 2020 können Beihilfeberechtigte in Bremen stattdessen die pauschale Beihilfe wählen: einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 50 % Ihres GKV-Beitrags, der direkt mit den Bezügen ausgezahlt wird (Rechtsgrundlage: § 80 Abs. 4 und 5 Bremisches Beamtengesetz).
Voraussetzung ist, dass Sie bereits freiwillig gesetzlich versichert sind, über eine private Vollversicherung verfügen oder zuvor gesetzlich pflichtversichert waren. Der Antrag ist schriftlich zu stellen und bindet dauerhaft: Mit der pauschalen Beihilfe verzichten Sie endgültig auf die individuelle Beihilfe im Krankheitsfall.
Finns Kollegin Lara hat ihr Referendariat ein halbes Jahr früher, zum 1. Februar, begonnen. Sie entschied sich aus Bequemlichkeit für die pauschale Beihilfe, ohne vorher durchzurechnen, ob eine PKV mit Beihilfeergänzung für sie als junge, gesunde Beamtin günstiger gewesen wäre.
PKV mit Beihilfeergänzung: Kriterien für Referendarinnen und Referendare in Bremen
Wer jung und gesund ins Referendariat startet, zahlt in einem beihilfekonformen PKV-Tarif für die verbleibenden 50 % oft deutlich weniger, als die freiwillige GKV 2026 kostet. Die GKV liegt bei rund 21,7 % der Bezüge: 14,6 % allgemeiner Beitragssatz plus 2,9 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag, dazu 3,6 % Pflegeversicherung plus 0,6 % Kinderlosenzuschlag ab 23 Jahren (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit). Die pauschale Beihilfe deckt davon nur die Hälfte des GKV-Beitrags ab und macht die GKV damit günstiger als ganz ohne Zuschuss, aber nicht automatisch günstiger als eine PKV.
Bei der Tarifwahl zählen diese Kriterien:
Beihilfekonformer Tarif: Er muss exakt die verbleibenden 50 % abdecken, die die Beihilfe nicht übernimmt – sonst entstehen Lücken oder doppelte Leistungen.
Anwärtertarif ohne Altersrückstellungen: Spezielle Tarife für die Ausbildungszeit halten die Beiträge niedrig und werden nach der Verbeamtung auf Lebenszeit regulär umgestellt.
Beihilfeergänzung für Zahnersatz und Co.: Eine Beihilfe Ergänzungsversicherung schließt typische Lücken bei Zahnersatz, Heilmitteln und Sehhilfen.
Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit: Viele Tarife erstatten einen Teil des Beitrags zurück, wenn Sie im Jahr keine Rechnungen einreichen.
Bevor die Gesundheitsfragen zum Problem werden: Sichern Sie sich jetzt einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch, in dem wir Ihre drei Optionen konkret durchrechnen.
Die häufigsten Fehler bei der Entscheidung in Bremen
In der Beratungspraxis wiederholen sich bei Referendarinnen und Referendaren in Bremen dieselben Fehler:
Die pauschale Beihilfe wird ohne Vergleichsrechnung gewählt: Wie bei Lara zeigt sich der Nachteil oft erst Jahre später, wenn ein Wechsel zur günstigeren PKV nicht mehr möglich ist.
Die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion verstreicht ungenutzt: Wer sie verpasst, braucht später eine reguläre Gesundheitsprüfung ohne Zuschlagsdeckel.
Gesundheitsfragen werden zu knapp beantwortet: Dieselben Fallstricke wie bei der Dienstunfähigkeitsversicherung gelten auch beim PKV-Antrag – mehr dazu in meinem Beitrag Gesundheitsfragen in der DU-Versicherung für Referendare.
Die Anwartschaft wird nicht neu geprüft: Wer bereits während des Studiums eine Anwartschaft auf einen späteren PKV-Tarif abgeschlossen hat, sollte die Konditionen vor dem eigentlichen Wechsel neu vergleichen.
Alle drei Varianten werden nicht konkret durchgerechnet: Ob PKV, pauschale Beihilfe oder freiwillige GKV am günstigsten ist, hängt von Alter, Gesundheit und Familienplanung ab.
Fristen im Überblick: Wann Sie als Referendarin oder Referendar in Bremen handeln müssen
Finn hat sich nach einem Kostenvergleich für die PKV mit Beihilfeergänzung entschieden und den Antrag in der dritten Woche seines Referendariats gestellt. Diese Checkliste hilft bei der zeitlichen Planung:
Woche 1 bis 4: Beamtenverhältnis prüfen lassen, PKV-Anwärtertarife mit den Kosten der pauschalen Beihilfe und der freiwilligen GKV vergleichen.
Monat 2: Entscheidung treffen und je nach Variante den PKV-Antrag stellen oder den Antrag auf pauschale Beihilfe bei Performa Nord einreichen.
Spätestens Monat 4: Bei Wechsel in die PKV die freiwillige GKV-Mitgliedschaft fristgerecht kündigen, sobald die Zusage vorliegt.
Vor Ablauf von Monat 6: PKV-Antrag muss beim Versicherer eingegangen sein, um die Öffnungsaktion mit gedeckeltem Risikozuschlag von 30 % zu nutzen.
Die Beratung durch Herrn Sibert war sehr angenehm, kompetent und zielführend. Er geht auf Wünsche individuell ein und nimmt sich während der Termine sehr viel Zeit.
Johanna W., Lehrerin – Bewertung auf ProvenExpert
Häufige Fragen zur PKV für Referendare in Bremen
Wie hoch ist die Beihilfe für Referendare in Bremen?
Referendarinnen und Referendare ohne oder mit einem Kind erhalten in Bremen den allgemeinen Bemessungssatz von 50 %. Ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Satz auf 70 %. Die restlichen Kosten sichern Sie über die PKV, die pauschale Beihilfe oder die freiwillige GKV ab.
Was ist die pauschale Beihilfe in Bremen und wer kann sie wählen?
Die pauschale Beihilfe ist ein Zuschuss von 50 % zu Ihrem Beitrag in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung, anstelle der individuellen Beihilfe. Sie können sie wählen, wenn Sie bereits freiwillig gesetzlich versichert sind, voll privat versichert sind oder zuvor gesetzlich pflichtversichert waren.
Kann ich die pauschale Beihilfe später wieder zurücknehmen?
Nein. Der Antrag auf pauschale Beihilfe ist schriftlich zu stellen und bindet dauerhaft. Mit der Wahl der pauschalen Beihilfe verzichten Sie endgültig auf die individuelle Beihilfe und damit auch auf die Möglichkeit, später in eine PKV mit Beihilfeergänzung zu wechseln.
Muss ich mich als Referendarin in Bremen privat versichern?
Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Neben der PKV mit Beihilfeergänzung können Sie auch die pauschale Beihilfe zur freiwilligen GKV wählen. Ohne eine dieser beiden Optionen zahlen Sie den vollen GKV-Beitrag ohne jeden Zuschuss des Dienstherrn.
Was passiert, wenn ich die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion verpasse?
Nach Ablauf der Frist nehmen Versicherer Sie weiterhin in die PKV auf, allerdings ohne den gedeckelten Risikozuschlag von 30 % und ohne die vereinfachte Gesundheitsprüfung. Bei Vorerkrankungen kann das zu höheren Beiträgen oder Ausschlüssen führen.
Was passiert mit meiner PKV, wenn ich nach dem Referendariat übernommen werde?
Mit der Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe oder auf Lebenszeit läuft Ihr bestehender PKV-Vertrag in der Regel weiter, die Anwärtertarife werden auf den regulären Beitrag umgestellt. Bei vielen Tarifen sichert Ihnen die Nachversicherungsgarantie dabei einen Wechsel ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Passend zur PKV für Referendare in Bremen: Weitere Themen für Ihren Start
Neben der Krankenversicherung lohnt sich beim Berufsstart ein Blick auf weitere Absicherungen:
Dienstunfähigkeit in den ersten Dienstjahren: Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf haben Sie bei Dienstunfähigkeit kaum Absicherung durch den Dienstherrn. Mehr dazu in Dienstunfähigkeit bei Berufsanfängern. Im Erstgespräch ordnen wir ein, ob und wann sich eine DU-Versicherung neben der Krankenversicherung für Sie lohnt.
Finanzielle Reserve für den Berufsstart: Wer Beiträge zur PKV oder zur pauschalen Beihilfe einplant, braucht parallel einen Puffer für unerwartete Ausgaben. Wie Sie diesen aufbauen, lesen Sie in Notgroschen aufbauen. Gerne zeige ich Ihnen im Gespräch, wie sich Versicherung und Rücklage sinnvoll kombinieren lassen.
Finanzfehler bei der Verbeamtung vermeiden: Die Krankenversicherungsentscheidung ist nur einer von mehreren Punkten, die beim Übergang in die Lebenszeitverbeamtung zählen. Einen Überblick gibt mein Beitrag Verbeamtung auf Probe: Finanzfehler vermeiden. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wo bei Ihnen der größte Handlungsbedarf liegt.
Einen Überblick über alle Themen rund um Beihilfe, PKV und Absicherung im öffentlichen Dienst finden Sie in meinem Ratgeber.
Finn hat sich für die PKV mit Beihilfeergänzung entschieden, weil sie bei seiner Gesundheit günstiger kam als die pauschale Beihilfe zur GKV. Lara bleibt bei ihrer unwiderruflichen Entscheidung, weil sie beide Varianten nie durchgerechnet hat, bevor sie unterschrieben hat. Für die PKV für Referendare in Bremen gilt: Der Beihilfesatz ist Ihnen vorgegeben, die Wahl zwischen drei Varianten liegt allein bei Ihnen – und genau die lohnt eine fachliche Einordnung, bevor Sie unterschreiben.
Dieses Erstgespräch eignet sich für Sie, wenn Sie als Studentin oder Student kurz vor dem Referendariat in Bremen stehen, mitten im Vorbereitungsdienst die Sechs-Monats-Frist im Blick behalten müssen oder als junge Beamtin beziehungsweise junger Beamter in den ersten Dienstjahren Ihre Krankenversicherung zum ersten Mal wirklich durchrechnen wollen. In 30 Minuten sehen wir gemeinsam, welche der drei Varianten zu Ihrer Besoldungsgruppe und Ihrer Gesundheit passt. Wie ich vergütet werde, sage ich Ihnen offen im Gespräch – das kostenfreie Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.
Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Die Informationen können sich regelmäßig ändern. Trotz sorgfältiger Recherche und Fachkenntnis übernehme ich keine Gewähr oder Haftung für Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit.
Über mich
Unabhängiger Finanzberater mit Schwerpunkt auf Beamte, Referendare und Anwärter im öffentlichen Dienst. Seit 2019 begleite ich Sie bei Beihilfe, PKV, Dienstunfähigkeit und Altersvorsorge – mit über 250 Partnergesellschaften zur Auswahl.
Kostenfreie, individuelle Beratung
100% kostenfrei & unverbindlich
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren
PKV für Referendare im Saarland: Der Wechsel
PKV für Referendare im Saarland: Beihilfesatz, Öffnungsaktion-Frist und was beim Wechsel in die private Krankenversicherung jetzt wirklich zählt.
mehr erfahren →20. Oktober 2026Beihilfe für Anwärter in Mecklenburg-Vorpommern: Sätze
Beihilfe für Anwärter in Mecklenburg-Vorpommern: Bemessungssätze, die neue pauschale Beihilfe seit Mai 2026 und die Öffnungsaktion im Überblick.
mehr erfahren →19. Oktober 2026Beihilfe für Anwärter in Nordrhein-Westfalen: Sätze
Beihilfe für Anwärter in Nordrhein-Westfalen: Bemessungssätze, Wegfall der Kostendämpfungspauschale und Fristen für die Öffnungsaktion im Überblick.
mehr erfahren →